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Review

Grand Theft Auto IV: Review!

 

Nach dreieinhalb Jahren Wartezeit steht der viel umhypte Titel nun endlich in den deutschen Händlerregalen. Ob es sich wirklich als der erhoffte Toptitel herausstellt, lesen sie in unserem Test.

 


Er kam in das neue Land, um seine Vergangenheit endlich hinter sich zu lassen. Was er suchte, war eine neue Perspektive, einen Weg um endlich zu vergessen. Sein Cousin erzählte ihm von Reichtum, Frauen und Partys. Doch was er vorfand war das schiere Gegenteil. Angefangen bei einem schäbigen Taxiunternehmen und einem trinkenden, spielsüchtigen Cousin häuften sich seine Probleme. Niko Bellic befand sich zum wiederholten Male in einem Milieu voller Diebstahl, Hass und Gewalt. Willkommen in Liberty City, der Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten.

Gate to the new World

Screenshoot

Direkt zu Anfang des Spieles müssen sie sich erstmals in dem Nachbau des riesigen New York City einleben. Relativ schnell erlernen sie die nötigsten Fertigkeiten wie zum Beispiel das steuern der Autos. Erst später werden sie dann auch in die anderen Gameplayelemente wie das Feuern von Waffen oder die Bedienung des brandneuen Handys eingeweiht. Dieses ist zugleich eines der grundlegendsten Werkzeuge ihres Protagonisten. Damit können sie Leute anrufen, Missionen annehmen und mit Freunden Dates ausmachen. Schaffen sie es aufgrund einer plötzlichen Unterbrechung oder Zeitdruck nicht mehr rechtzeitig zu eben diesen, sollten sie lieber absagen, anstatt den Freund im kalten Regen stehen zu lassen. Dies wirkt sich nämlich negativ auf seine Einstellung ihnen gegenüber aus. Denn wie im echten Leben sollten sie auch in Grand Theft Auto IV ihre Freundschaften hegen und pflegen, man weiß ja schließlich nie was ein relativ hoher Respektgrad an Vorteilen bietet. Die Unternehmungen gestalten sich vielfältig, sehr viel schwieriger ist da schon das zurechtfinden im komplett neu gestalteten Liberty City. Ob es nun in einen Burger Shot oder in eine noble Pizzeria zum Essen geht, ohne das in jedem Auto eingebaute Navigationsgerät sind sie anfangs aufgeschmissen. Dieses macht seinen Dienst sehr gut, es zeigt stets den schnellsten Weg zum angegebenen Ziel. Alternativ können sie auch per Pfiff ein Taxi zu sich rufen, um mit diesem dann einfach zum gewünschten Ort kutschiert zu werden. Ob sie sich dabei aus der Egoperspektive die Stadt anschauen wollen oder die fahrt per Knopfdruck einfach überspringen bleibt ihnen überlassen.

The city that never sleeps

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Spätestens beim Freischalten der Stadtteile Algoquin und Alderney entwickelt Liberty City seine fantastische Lebendigkeit. Ob sie nun am virtuellen Times Square oder im grünen Central Park stehen, ständig laufen ihnen lustig überzeichnete Charakter über den Weg, die scheinbar alle mit eigenen Problemchen zu kämpfen haben. Da hört man neben sich auf der Parkbank eine Frau ihren Mann per Handy anschreien oder man wird von einem vor dem Regen flüchtenden Passanten umgerannt. Denn wenn es Regnet, dann richtig. Waren in den alten Ablegern der Reihe die Wetterverhältnisse eher zweitrangig, wirkt sich dieses nun mehr denn je auf die Flora und Fauna aus. Bei heftigem Regen spiegeln sich die zahlreichen Reklametafeln und Ampellichter realistisch auf dem Boden, das Auto oder Motorrad gerät in Aquaplaning und die Blitze lassen die harten Züge im Gesicht von Niko Bellic kurzzeitig erhellen. Zu jeder Tageszeit bietet sich ein anderes Bild der unglaublich detailierten Stadt. Kommen sie am frühen Abend in den Feierabendverkehr, können sie nachts fast blind durch die fast leergefegten Straßen heizen. Hier und da finden sich Obdachlose an brennenden Tonnen oder Trompetenspieler an Straßenecken. Diesen können sie überschüssiges Geld zuwerfen. Und so wirkt die virtuelle Stadt viel realistischer als es noch in GTA: San Andreas der Fall war. Überall entdeckt man neue, liebevolle Details und Dinge, die man tun oder lassen kann.

Live and let live in Liberty City

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Am Spielprinzip hat sich wenig verändert. Und so können sie sich frei in der Stadt bewegen und frei nach Belieben Aufträge von ihren einzelnen Geldgebern annehmen und erfüllen. Die vielseitigen Fahrzeuge steuern sich dabei ebenso wie der Protagonist etwas träger als in noch in den Vorgängern, was zwar durchaus realistischer sein mag, doch andrerseits auch einiges an Eingewöhnungszeit bedarf. Die Missionen erweißen sich als altbekanntes Eisen, was man jedoch keinesfalls als negativen Punkt sehen sollte. Wenn es früher hieß „Töte Person XY“, heißt es heute „Geh ins Internet, schreib eine Bewerbung an die Anwaltskanzlei, warte auf eine Einladung und kauf dir einen geeigneten Anzug – oh, und vergiss nicht pünktlich zu sein“. Die nötige Abwechslung ist durch die vielen neuen umgesetzten Ideen stets gegeben, es wird garantiert nicht langweilig. Das verdiente Geld investieren sie in Waffen, Essen und Kleidung. Auf mehr wurde diesmal bewusst verzichtet, viel mehr wollten sich die Entwickler auf eine komplexe Story sowie die komplett charismatischen Charakteren konzentrieren. Jeder davon hat seine eigene Geschichte, mit jedem kann man sich in einer Art und Weise identifizieren. Ferner wird man mit einigen Entscheidungsfragen konfrontiert, die immer andere Storystränge offen legen. Und so erleben sie auch nach dem dritten Durchspielen immer neues. Allerdings gibt es auch außerhalb der Missionen einiges zu tun, Jobs für ihre einzelnen Freunde sowie das Suchen von versteckten Vögeln gehören ebenso zu ihren Tätigkeiten. Der ausgezeichnete Multiplayer rundet mit seinen vielen unterschiedlichen Online-Modi gelungen ab.

One in a Million

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Grafisch gibt es im Grunde genommen wenig zu bemängeln. Die beiden Versionen sehen online wie offline beinahe identisch auf, nur die Farbfilter wirken sich unterschiedlich auf die Grafik aus. Durch die grandiose Einbindung der unterschiedlichen Lichteffekte, die sich an Fenstern, Straße, Autolack, Haut und Kleidung ständig realistisch reflektiert wirkt alles buchstäblich wie aus einem Guss. Framerateabstürze konnten wir in der Testphase keine feststellen, ebenso verzeichneten wir bewusst in der kompletten bisherigen Spielzeit nur sensationelle 4 Pop-Ups. Somit liegt uns hier das bislang schönste und technisch brillanteste GTA vor. Viel einfacher fiel uns das bewerten des Sounds. Die bidirektionalen Soundeffekte auf den Straßen bewirken ein wahrhaftig grandioses New-York-Feeling. Da hupen Autos wild um die Wette, schreien Leute wild durch die Gegend, zwitschern Vögel, klirren Glasscheiben, ertönen Polizeisirenen und vieles, vieles mehr. Auch bei der Auswahl der achtzehn Radiosender hat sich Rockstar nicht lumpen lassen und zog sich abermals prominente Moderatoren wie zum Beispiel Karl Lagerfeld ans Land, der einen Funk-Sender moderiert. Überhaupt findet sich für jeden Geschmack den passenden Radiosender. Die Werbeuntermalung ist oftmals zum Brüllen komisch, und der Pisswasser-Slogan, eine Biersorte in Liberty City, wird sicherlich bald schon den Weg als Klingelton finden. Diese Sounduntermalung wird lange Zeit ungeschlagen bleiben.

Fazit

Mit seinen zahlreichen Detail und sozialkritischem Humor kann man Grand Theft Auto IV schon jetzt als das Spiel des Jahres 2008 sehen. Diese Größe, diese Liebe wird auf Jahre hinweg unerreicht bleiben. Da bekommen selbsterfundene Marken eigene Werbekampagnen mit Plakaten und Werbespots, die Mimik der Protagonisten wirkt grandios. Mehr Spielspaß, mehr Begeisterung pro Euro bekommen sie sonst nirgends. Der erste Meilenstein der neuen Konsolengeneration, verdientermaßen von uns ein Kaufbefehl!
Agent46

Wertung:

Gameplay: 95%
Grafik: 91%
Technik: 88%
Sound: 97%
Multiplayer: 87%

Spielspaß: 96%